Frauen, die bestimmte Schmerztabletten einnehmen, haben laut einer Studie ein erhöhtes Risiko für Tinnitus. Eine regelmäßige Einnahme von „Paracetamol“ sowie sogenannter „Nicht-steroidale-Antirheumatika“, auch NSAIDs genannt, erhöht das Risiko eines lang anhaltenden Tinnitus. Vermutlich steigt das Risiko auch, je häufiger die Medikamente eingenommen werden.
Frauen, die Aspirin einnahmen hatten kein erhöhtes Risiko. Jedoch wurde bei jüngeren Frauen beides in Verbindung gebracht.
An der amerikanischen Studie nahmen fast 70.000 Frauen im Alter von 31-48 Jahren teil. Zu Beginn war keine vom Tinnitus betroffen, während der Studie zeigten sich aber mehr als 10.000 Fälle.
Die Studie wurde unter dem Titel „Longitudinal Study of Analgesic Use and Risk of Incident Persistent Tinnitus“ in der wissenschaftlichen Zeitschrift Journal of General Internal Medicine veröffentlicht.
Update 2026: Datenlage weiterhin uneindeutig
Neuere Studien liefern keine eindeutigen Belege dafür, dass Paracetamol Tinnitus verursacht. Einzelne Untersuchungen zeigen zwar Zusammenhänge zwischen häufiger Schmerzmitteleinnahme und Hörproblemen, ein klarer kausaler Zusammenhang ist jedoch nicht belegt.Die Lancet Commission on hearing loss 2023 nennt Medikamente allgemein als mögliche Einflussfaktoren für Hörverlust und damit verbundene Ohrgeräusche, Paracetamol wird dort jedoch nicht als gesichert auslösender Faktor geführt. Ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen Paracetamol und Tinnitus ist damit weiterhin nicht wissenschaftlich bewiesen.