Studie: Smartphone-Soundtherapie könnte Tinnitus beeinflussen

  • Smartphone-Soundtherapie zeigte bei einem Teil der Teilnehmenden eine verringerte subjektive Tinnitus-Lautstärke
  • Die Anwendung wurde täglich über mehrere Wochen genutzt, Langzeiteffekte sind unklar
  • Die Wirkung basiert vermutlich auf Veränderungen im Hörsystem, ist aber nicht direkt nachgewiesen

Eine im Dezember 2025 veröffentlichte Untersuchung der Newcastle University geht der Frage nach, ob gezielte Klangtherapie per Smartphone die Wahrnehmung von Tinnitus beeinflussen kann. Teilnehmende nutzten dafür über mehrere Wochen täglich eine speziell entwickelte Audio-Anwendung.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die wahrgenommene Lautstärke der Ohrgeräusche bei einem Teil der Probanden verringerte. Dabei handelt es sich jedoch um subjektive Einschätzungen – objektive Messungen der Veränderung liegen nicht vor.

Einordnung: Hinweise auf Wirkung – aber keine gesicherte Therapie

Die Forschenden vermuten, dass bestimmte Klangmuster die neuronale Verarbeitung im Hörsystem beeinflussen könnten. Dieser Mechanismus ist jedoch nicht direkt nachgewiesen, sondern basiert auf bestehenden Modellen zur Entstehung von Tinnitus.

Zudem bleibt unklar, wie nachhaltig die beobachteten Effekte sind. Die Studie lief über mehrere Wochen – Langzeitdaten fehlen. Auch ist nicht auszuschließen, dass Gewöhnungseffekte oder Placeboeinflüsse eine Rolle spielen.

Für Betroffene bedeutet das: Die Ergebnisse liefern interessante Ansätze, ersetzen jedoch keine etablierten Therapieformen. Weitere unabhängige Studien mit größeren Teilnehmerzahlen sind notwendig, um die Wirksamkeit verlässlich zu beurteilen.

Quelle: Universität Newcastle