Erhöhtes Suizidrisiko bei Tinnitus-Betroffenen

  • Rund 19,5 % der Menschen mit Tinnitus berichten Suizidgedanken (Kontrollen: 9,9 %).
  • Suizidversuche treten mit 1,9 % etwa doppelt so häufig auf wie bei Nicht-Betroffenen.
  • Auch Depressionen sind bei Tinnitus deutlich häufiger (14,5 % vs. 7,2 %).

Menschen mit Tinnitus sind offenbar deutlich häufiger von Suizidgedanken und -versuchen betroffen als Personen ohne diese Erkrankung. Das zeigt eine Metaanalyse von neun Studien mit insgesamt mehr als 900.000 Teilnehmenden. Demnach berichteten 19,5 % der Betroffenen über Suizidgedanken, während es in den Kontrollgruppen 9,9 % waren. Auch bei den Suizidversuchen zeigte sich ein Unterschied: 1,9 % der Tinnitus-Patienten hatten einen Versuch unternommen, verglichen mit 0,9 % der Vergleichsgruppen. Zudem trat eine Depression bei 14,5 % der Betroffenen auf und damit mehr als doppelt so häufig wie bei Nicht-Betroffenen.

Eingeschränkte Aussagekraft und Übertragbarkeit der Studiendaten

Allerdings weisen die Autoren auf Limitationen hin. Ein Großteil der Daten stammt aus Taiwan und Südkorea, Ländern mit insgesamt höheren Suizidraten als im globalen Durchschnitt. Zudem könnte eine Verzerrung vorliegen, da möglicherweise vor allem stark belastete Personen an den Studien teilnahmen. Die Ergebnisse unterstreichen dennoch die klinische Relevanz: Bei Tinnitus sollte verstärkt auf psychische Begleiterscheinungen geachtet werden.

Quelle: Springer Nature

Wenn Sie einen Tinnitus und/oder psychische Probleme haben, suchen Sie sich schnell Hilfe. Auch die Telefonseelsorge ist immer für Sei erreichbar.
Tel.: 0800 111 0 111 (Internet)