Kein erhöhtes Tinnitus-Risiko bei ErzieherInnen

  • Erziehende haben zwar häufig einen Tinnitus, aber nicht häufiger als in der Gesamtbevölkerung
  • Erhöhtes Risiko für Schwindel und Hörverlust
  • Prävention wichtig

Eine retrospektive Kohortenstudie auf Basis von GKV-Routinedaten (2016–2020) zeigt erhöhte Risiken für Schwindel und Hörverlust in bestimmten Berufsgruppen. Besonders Beschäftigte in der Kindererziehung wiesen im Vergleich zu Büroangestellten höhere Odds für Schwindel (OR 1,14) sowie für Hörverlust beziehungsweise Schwerhörigkeit (OR 1,10) auf. Insgesamt lag die Prävalenz 2020 bei 3,9 Prozent für Schwindel und 3,1 Prozent für Hörverlust. Tinnitus wurde mit 2,4 Prozent dokumentiert, zeigte jedoch weder in den exponierten Berufsgruppen noch im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung eine erhöhte Häufigkeit. Die Autorinnen und Autoren sehen damit vor allem für Schwindel und Hörverlust Hinweise auf arbeitsbedingte Einflüsse, etwa durch Lärmbelastung, während sich für Tinnitus kein klarer beruflicher Zusammenhang ergibt.

Quelle: Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie