- In einer Mendelschen Randomisierungsstudie zeigte sich ein kausaler Zusammenhang zwischen einem größeren Taillenumfang und einem erhöhten Tinnitus-Risiko.
- Andere untersuchte Faktoren wie Rauchen, Blutzucker oder Insulin zeigten in den beiden Biobank-Kohorten keine konsistenten Ergebnisse.
- Die Autoren sehen abdominale Adipositas als potenziell beeinflussbaren Ansatzpunkt für die Prävention von Tinnitus, betonen jedoch den Bedarf an weiterer Forschung.
Ein größerer Taillenumfang könnte das Risiko für Tinnitus erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Mendelsche Randomisierungsstudie, in der genetische Daten aus der UK Biobank und der FinnGen-Biobank ausgewertet wurden. Nach der gemeinsamen Meta-Analyse blieb ausschließlich der Taillenumfang signifikant mit einem erhöhten Tinnitus-Risiko assoziiert. Andere zunächst auffällige Faktoren wie Rauchen, Nüchternblutzucker oder Nüchterninsulin konnten über beide Datensätze hinweg nicht konsistent bestätigt werden. Die Autoren sehen den Taillenumfang als potenziell veränderbaren Risikofaktor für die Prävention von Tinnitus. Zugleich weisen sie auf Einschränkungen der Studie hin, darunter unterschiedliche Definitionen von Tinnitus in den Datensätzen und die Notwendigkeit weiterer experimenteller und klinischer Untersuchungen zur Bestätigung der Ergebnisse.
Für Betroffene heißt das zunächst für den Tinnitus: Bauchumfang ist möglicherweise einer von vielen noch nicht abschließend geklärten Risikofaktoren. Ein dicker Bauch führt nicht automatisch zu Tinnitus. Und ein bestehender Tinnitus verschwindet nicht allein dadurch, dass man abnimmt.