Post-COVID-Tinnitus wurde im Verlauf der Pandemie zunehmend seltener

  • Neu aufgetretener Tinnitus nach einer COVID-19-Infektion war meist mild und unterschied sich klinisch kaum von bereits bestehendem Tinnitus.
  • Der Anteil der Betroffenen mit Post-COVID-Tinnitus sank von 9,8 Prozent im Jahr 2020 auf 0 Prozent in den Jahren 2023 und 2024.
  • Als mögliche Erklärungen nennen die Autoren den Beginn der COVID-19-Impfungen, die Dominanz der Omikron-Variante und eine geringere psychische Belastung im weiteren Pandemieverlauf.

Ein nach einer COVID-19-Infektion neu aufgetretener Tinnitus scheint im Verlauf der Pandemie seltener geworden zu sein. Das berichtet ein brasilianisches Forscherteam nach der Untersuchung von 231 Erwachsenen mit bestätigter COVID-19-Erkrankung. Während 2020 noch 9,8 Prozent der Patienten einen neu aufgetretenen Tinnitus entwickelten, lag der Anteil 2021 bei 6,7 Prozent und 2022 bei 4,4 Prozent. In den Jahren 2023 und 2024 wurde in der untersuchten Kohorte kein entsprechender Fall mehr beobachtet. Gleichzeitig zeigte sich, dass sich Post-COVID-Tinnitus hinsichtlich Hörvermögen, Ausprägung und Belastung kaum von bereits bestehendem Tinnitus unterschied und überwiegend mild verlief. Die Autoren sehen in den Impfkampagnen, der später vorherrschenden Omikron-Variante und der abnehmenden psychischen Belastung während der Pandemie mögliche Erklärungen für den rückläufigen Trend. Einen ursächlichen Zusammenhang kann die Studie jedoch nicht belegen. Zudem erreichte der beobachtete Rückgang die statistische Signifikanz nur knapp nicht.

Quelle: Figueiredo RR et al. Trajectory of COVID-related tinnitus over the pandemic timeline. Brazilian Journal of Otorhinolaryngology. 2026.