Burn-on: Studie liefert Orientierung bei der Behandlung von Angststörungen

  • Systematische Übersichtsarbeit und Network-Meta-Analyse vergleichen zahlreiche Medikamente zur Behandlung von Angststörungen.
  • Die untersuchten Wirkstoffe unterscheiden sich sowohl in ihrer Wirksamkeit als auch in ihrer Verträglichkeit.
  • Die Autoren empfehlen, die Medikamentenauswahl stets individuell unter Berücksichtigung von Nutzen und Risiken zu treffen.

Wirksamkeit und Akzeptanz verschiedener Medikamente

Im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um das sogenannte Burn-on-Syndrom rücken auch Angststörungen stärker in den Fokus. Eine neue systematische Übersichtsarbeit mit Network-Meta-Analyse hat die Wirksamkeit und Akzeptanz verschiedener Medikamente zur Behandlung von Angststörungen untersucht. Grundlage waren randomisierte kontrollierte Studien aus vier Jahrzehnten. Die Analyse zeigt, dass sich die verfügbaren Wirkstoffe sowohl hinsichtlich ihrer therapeutischen Wirkung als auch ihrer Verträglichkeit unterscheiden. Einen einzelnen Wirkstoff, der in allen untersuchten Kriterien überlegen ist, gibt es nicht. Die Autoren sprechen sich deshalb für eine individuelle Therapieentscheidung aus, bei der Nutzen, Nebenwirkungen und persönliche Patientenfaktoren gleichermaßen berücksichtigt werden.

Einordnung für Menschen mit Tinnitus

Die Studie untersucht weder Burn-on noch Tinnitus direkt. Dennoch kann sie für Menschen mit chronischem Tinnitus interessant sein. Anhaltender Stress, psychische Überlastung und Angst können die Wahrnehmung eines bestehenden Tinnitus verstärken und den Leidensdruck erhöhen. Wird eine begleitende Angsterkrankung erfolgreich behandelt, kann dies die psychische Belastung verringern. Eine spezifische Therapie des Tinnitus stellt die medikamentöse Behandlung von Angststörungen jedoch nicht dar.

Quelle: European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience (2025), „Comparative efficacy and acceptability of anxiolytic drugs for the treatment of anxiety disorders: a systematic review and network meta-analysis“, DOI: 10.1007/s00406-025-02082-0.