Kategorie: DGHNO-Kongress

Der DGHNO-Kongress ist der Jahreskongress der Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Dort treffen sich HNO-Ärztinnen und -Ärzte, Forschende und Fachleute, um aktuelle Studien, neue Entwicklungen und medizinische Erkenntnisse aus der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde zu präsentieren und zu diskutieren – darunter auch Themen wie Tinnitus, Hörverlust und Hörforschung.

  • DGHNO-Kongress: Tinnitus nicht nur als Ohrproblem betrachten

    DGHNO-Kongress: Tinnitus nicht nur als Ohrproblem betrachten

    Komorbiditäten stärker im Fokus

    Beim DGHNO-Kongress in Ulm hat Prof. Dr. Birgit Mazurek im Symposium „Tinnitus im Visier: Wenn’s mehr als nur piept – Komorbiditäten clever behandeln“ für einen breiteren Blick auf chronischen Tinnitus geworben.

    Nach Darstellung der Berliner Tinnitusforscherin handelt es sich bei chronischem Tinnitus häufig nicht um ein isoliertes Ohrproblem, sondern um ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Neben Veränderungen im Hörsystem spielten auch psychologische, neurologische sowie weitere körperliche Begleiterkrankungen eine Rolle.

    Belastung entsteht nicht nur durch das Ohrgeräusch

    Im Mittelpunkt ihres Einführungsvortrags auf dem DGHNO-Kongress in Ulm stand die Frage, wodurch der eigentliche Leidensdruck bei chronischem Tinnitus entsteht. Mazurek, Direktorin des Tinnituszentrum an der Charité, verwies dabei auf Veränderungen zentraler Netzwerke sowie auf psychologische Belastungsfaktoren.

    Entscheidend sei nicht allein die Lautstärke oder Frequenz des Tinnitus. Auch Schlafstörungen, Angst, depressive Symptome, Stressbelastung, Konzentrationsprobleme und Hörverlust beeinflussten die individuelle Belastung der Betroffenen.

    Aus Sicht der Referentin müsse Tinnitus deshalb interdisziplinär betrachtet werden.

    Counseling als wichtiger Bestandteil

    Ein weiterer Schwerpunkt war das sogenannte Counseling. Dabei geht es um die Aufklärung und Begleitung von Betroffenen.

    Mazurek beschrieb, dass sich Tinnitus verstärken könne, wenn sich Betroffene stark auf die Ohrgeräusche fokussieren und diese als bedrohlich wahrnehmen. Daraus könnten wiederum Stressreaktionen entstehen, die die Wahrnehmung zusätzlich verstärken.

    Zu den möglichen unterstützenden Maßnahmen zählte sie unter anderem Entspannungstechniken, Hörtraining und Strategien zur besseren Verarbeitung der Symptome.

    Komorbiditäten gezielt berücksichtigen

    Besonders wichtig sei es aus ihrer Sicht, Begleiterkrankungen systematisch mitzudenken. Im Vortrag genannt wurden unter anderem Depressionen, Angststörungen, Anpassungsstörungen sowie somatoforme Beschwerden.

    Darüber hinaus verwies Mazurek auf mögliche Begleitsymptome wie Hyperakusis, Schlafprobleme, Schwindel, Benommenheit oder Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule.

    Die Behandlung chronischer Tinnitus-Belastung ziele deshalb nicht auf eine Heilung sondern auf die Verbesserung der Lebensqualität.

    Quelle: DGHNO-Kongress, Ulm, 15.05.2026

  • Dr. Wilmar Schwabe zeigt Produktion von Tebonin auf dem DGHNO-Kongress

    Dr. Wilmar Schwabe zeigt Produktion von Tebonin auf dem DGHNO-Kongress

    Die Firma Dr. Willmar Schwabe, die insbesondere für das Ginkgo-biloba-Präparat Tebonin bekannt ist, präsentiert sich mit einem großen Stand auf dem DGHNO-Kongress.

    An dem Stand erhalten Besucher über eine VR-Anwendung Einblicke in die Herstellung der Präparate. Nach einer kurzen Einführung im Unternehmensstandort in Karlsruhe führt die virtuelle Tour unter anderem zu den Ginkgo-Feldern in Frankreich. Dort zeigt das Unternehmen spezielle Erntemaschinen, die die Blätter der Pflanzen ernten sollen, ohne diese zu beschädigen.

    Schwabe betont zudem den kontrollierten Anbau der Pflanzen. Nach Angaben des Unternehmens werde darauf geachtet, dass die Ginkgo-Blätter pestizidfrei angebaut werden und bei der Ernste möglichst keine anderen Pflanzenbestandteile in die Verarbeitung gelangen.

    Die Blätter werden anschließend getrocknet und nach Deutschland transportiert. In der weiteren Präsentation werden Verarbeitungsschritte im Stammwerk in Karlsruhe bis hin zur Auslieferung der fertigen Packungen gezeigt.

    Das Unternehmen hatte zuletzt zudem eine Studie zu Tebonin bei Tinnitus vorgestellt. Aussagen zur Wirksamkeit von Ginkgo-Präparaten bei Tinnitus werden in der wissenschaftlichen Literatur jedoch unterschiedlich bewertet. Leitlinien und Übersichtsarbeiten kommen bislang zu keiner einheitlichen Bewertung eines gesicherten Nutzens bei chronischem subjektivem Tinnitus.

  • DGHNO-Kongress 2026 in Ulm mit breitem Programm zu Hörstörungen

    Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde veranstaltet ihren Jahreskongress im Mai 2026 in Ulm. Die Tagung gehört zu den zentralen Fachkongressen im deutschsprachigen Raum und richtet sich an Ärztinnen und Ärzte sowie Forschende.

    Das veröffentlichte Programm umfasst zahlreiche Sitzungen zu Hörstörungen, darunter Beiträge zu Diagnostik, Hörverarbeitung und klinischen Behandlungsansätzen. Themenfelder reichen von audiologischer Grundlagenforschung über bildgebende Verfahren bis hin zu aktuellen Therapieansätzen. Auch Tinnitus wird in mehreren wissenschaftlichen Sitzungen behandelt, etwa im Kontext neuronaler Verarbeitung und klinischer Versorgung.

    Welche einzelnen Studien oder Ergebnisse für die Praxis relevant sind, lässt sich erst nach Auswertung der Beiträge und Veröffentlichungen beurteilen.

    Quelle: https://www.hno.org/