Schlagwort: Entwicklung

  • Implantat-Ansatz wird in klinischer Studie untersucht

    Im Studienregister von ClinicalTrials.gov ist eine klinische Studie zu einem Implantat-System bei Tinnitus dokumentiert. Der Ansatz kombiniert akustische Reize mit elektrischer Stimulation, die über eine implantierte oder gekoppelte Komponente abgegeben wird. Ziel ist es, die Verarbeitung von Ohrgeräuschen im Nervensystem gezielt zu beeinflussen.

    Der Studienansatz gehört zu einer Gruppe von Verfahren, die auf neuromodulatorischen Konzepten basieren. Dabei wird versucht, neuronale Aktivität so zu verändern, dass sich die Wahrnehmung von Tinnitus reduziert oder verändert. Grundlage sind frühere experimentelle Untersuchungen zu solchen Effekten.

    Ergebnisse liegen bislang nicht vor. Unklar ist, ob sich die Annahmen aus Voruntersuchungen bestätigen und ob sich daraus ein praktisch nutzbares Verfahren entwickeln lässt.

    Quelle: https://clinicaltrials.gov/study/NCT06641999

  • Digitale Tinnitus-Anwendungen sollen stärker in den Alltag integriert werden

    Ein Forschungsprojekt der RNID beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Tinnitus-Anwendungen besser in den Alltag integrieren lassen. Im Mittelpunkt stehen digitale Lösungen, die über Alltagsgeräte genutzt werden können und keine spezialisierte Umgebung erfordern.

    Diskutiert werden unter anderem Ansätze, bei denen akustische Reize individuell gesteuert und über mobile Geräte bereitgestellt werden. Ziel ist eine kontinuierliche Nutzung, die nicht an feste Therapiezeiten gebunden ist. Hintergrund ist die Beobachtung, dass viele bestehende Verfahren im Alltag nur eingeschränkt anwendbar sind.

    Konkrete Daten zur Wirksamkeit solcher Anwendungen liegen derzeit nicht vor. Unklar ist, welche der entwickelten Ansätze über experimentelle Anwendungen hinausgehen und sich langfristig im Alltag bewähren.

    Quelle: https://tinnitus.org.uk/new-research-targets-accessible-treatment-for-tinnitus/

  • Neuromod erweitert Lenire-Verfügbarkeit auf weitere Märkte

    Das Unternehmen Neuromod vertreibt mit „Lenire“ ein System zur sogenannten bimodalen Stimulation. Dabei werden akustische Signale mit elektrischen Impulsen kombiniert, die über eine intraorale Elektrode abgegeben werden. Ziel ist es, neuronale Prozesse zu beeinflussen, die mit der Wahrnehmung von Tinnitus in Verbindung stehen.

    Im März und April 2026 wurde das System in den Niederlanden und Kanada eingeführt. Die Expansion erfolgt über nationale Gesundheitssysteme und erweitert die Verfügbarkeit eines bereits bestehenden Produkts. Das Verfahren wird bereits seit einigen Jahren untersucht und in ausgewählten Märkten eingesetzt.

    Unklar bleibt, für welche Patientengruppen das System eingesetzt wird und wie es im Vergleich zu anderen Ansätzen einzuordnen ist.

    Quelle: https://www.neuromoddevices.com/newsroom/

  • Forschungsprojekt untersucht personalisierte Hirnstimulation

    Die RNID fördert ein Forschungsprojekt zur personalisierten Hirnstimulation bei Tinnitus. Das Projekt wird von einem Team der University of Antwerp durchgeführt und untersucht, wie sich neuronale Aktivität gezielt beeinflussen lässt.

    Der Ansatz gehört zu einer Forschungsrichtung, die direkt im Gehirn ansetzt und individuelle Unterschiede in der Verarbeitung von Geräuschen berücksichtigt. Ziel ist es, Mechanismen besser zu verstehen, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Tinnitus eine Rolle spielen.

    Ergebnisse aus dem Projekt liegen bislang nicht vor. Unklar ist, ob sich aus den Untersuchungen ein konkreter Therapieansatz entwickeln lässt.

    Quelle: https://rnid.org.uk/hearing-research/silencing-tinnitus/a-personalised-brain-stimulation-treatment-for-tinnitus/

  • Kühlung des Innenohrs bei Tinnitus – Studie untersucht Machbarkeit

    Eine aktuelle Studie untersucht einen neuen Ansatz in der Tinnitus-Forschung: die gezielte Kühlung des Innenohrs. Dabei steht nicht eine sofortige Therapie im Fokus, sondern die Frage, ob sich die Temperatur im Innenohr von außen überhaupt ausreichend und kontrolliert senken lässt.

    Machbarkeit statt Wirksamkeitsnachweis

    In der Fachzeitschrift Otology & Neurotology veröffentlichte Forschende eine experimentelle Arbeit, in der ein nichtinvasives Kühlsystem an einem menschlichen Kadavermodell getestet wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Temperatur im Innenohr innerhalb von 30 bis 60 Minuten um mehrere Grad Celsius abgesenkt werden kann. Damit wurde erstmals belegt, dass eine gezielte, lokale Kühlung technisch möglich ist.

    Ob dieser Ansatz auch eine tatsächliche Linderung von Tinnitus-Beschwerden bewirken kann, ist derzeit noch unklar. Die Studie selbst liefert keinen klinischen Wirksamkeitsnachweis bei Patienten. Eine entsprechende klinische Studie ist zwar bereits registriert, Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor. Für Betroffene bedeutet das: Der Ansatz ist wissenschaftlich interessant, befindet sich aber noch in einem frühen Forschungsstadium, es ist noch kein neuer Behandlungsansatz.

    Quelle: PubMed – Noninvasive Targeted Temperature Management of the Inner Ear