Eine aktuelle Studie untersucht einen neuen Ansatz in der Tinnitus-Forschung: die gezielte Kühlung des Innenohrs. Dabei steht nicht eine sofortige Therapie im Fokus, sondern die Frage, ob sich die Temperatur im Innenohr von außen überhaupt ausreichend und kontrolliert senken lässt.
Machbarkeit statt Wirksamkeitsnachweis
In der Fachzeitschrift Otology & Neurotology veröffentlichte Forschende eine experimentelle Arbeit, in der ein nichtinvasives Kühlsystem an einem menschlichen Kadavermodell getestet wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Temperatur im Innenohr innerhalb von 30 bis 60 Minuten um mehrere Grad Celsius abgesenkt werden kann. Damit wurde erstmals belegt, dass eine gezielte, lokale Kühlung technisch möglich ist.
Ob dieser Ansatz auch eine tatsächliche Linderung von Tinnitus-Beschwerden bewirken kann, ist derzeit noch unklar. Die Studie selbst liefert keinen klinischen Wirksamkeitsnachweis bei Patienten. Eine entsprechende klinische Studie ist zwar bereits registriert, Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor. Für Betroffene bedeutet das: Der Ansatz ist wissenschaftlich interessant, befindet sich aber noch in einem frühen Forschungsstadium, es ist noch kein neuer Behandlungsansatz.
Quelle: PubMed – Noninvasive Targeted Temperature Management of the Inner Ear