Das Tinnitus-Patientensymposium am 18. September in Berlin brachte zusammen, was bei Tinnitus nicht immer selbstverständlich zusammenkommt: Forschung, klinische Erfahrung und die Perspektive der Betroffenen. Sieben Vorträge reichten von Diagnostik, Begleiterkrankungen und Stress über Hörgeräte und Halswirbelsäule bis zu Hyperakusis und Misophonie. Doch mindestens ebenso aufschlussreich waren die Fragen aus dem Publikum. Sie zeigten, wo Patienten Orientierung suchen, wo Versorgung funktioniert – und wo Unsicherheit bleibt.
Forschung trifft Selbsthilfe
Das Symposium schloss an die dreitägige Tinnitus Research Initiative Conference an. Professor Birgit Mazurek berichtete zur Begrüßung von fast 450 Forschern, Klinikern und Diagnostikern, die in Berlin zusammengekommen waren. Der Patientennachmittag setzte bewusst einen anderen Schwerpunkt: Die Betroffenen sollten nicht Gegenstand der Forschung, sondern Gesprächspartner sein. Veranstalter waren das Tinnituszentrum der Charité und mit der Deutschen Tinnitus-Liga; DTL, die Selbsthilfe.
Vier Millionen Menschen mit chronischem Tinnitus
Bernd Strohschein, Vorstandsvorsitzender der DTL und selbst seit rund 40 Jahren betroffen, begann mit Zahlen aus Erhebungen der Liga. Jeder vierte Mensch in Deutschland habe bereits Tinnitus erlebt, rund vier Millionen hätten einen chronischen Tinnitus. Etwa 1,5 Millionen seien dadurch mittelschwer bis sehr stark beeinträchtigt. Jedes Jahr kommen rund 300.000 chronische Fälle dazu, so Strohschein.
Jeder zweite Mensch mit Tinnitus hat eine Hörminderung
Auch das Hören spielte schon hier eine große Rolle: Rund 53 Prozent der Menschen mit chronischem Tinnitus hätten nach seinen Angaben eine Hörminderung. Aber nur 14 Prozent und damit rund jeder Siebte trage Hörgeräte. Knapp die Hälfte habe zusätzlich eine Geräuschüberempfindlichkeit.
Zwischen Ohrgeräusch und Leiden
Wie wenig allein das Vorhandensein eines Tinnitus über die Belastung aussagt, zeigte eine weitere DTL-Befragung. Elf Prozent bezeichneten ihren Tinnitus demnach als „wirklich furchtbar“, rund 40 Prozent als stark belastend. Etwa die Hälfte der Betroffenen komme dagegen vergleichsweise gut mit ihm zurecht.
Strohschein selbst beschrieb seinen kompensierten Tinnitus sehr anschaulich: „Mir ist er so egal wie ein Pickel auf der Schulter.“ Genau dieser Zustand sei für viele ein realistisches Ziel: nicht zwingend Stille, sondern ein Tinnitus, der seinen beherrschenden Platz im Leben verliert. Allerdings war der Weg bis zu dieser Einstellung sehr weit.
Ein Markt für die Hoffnung
Deutlich wurde Strohschein auf dem Tinnitus-Patientensymposium bei vermeintlichen Heilangeboten. Betroffene gerieten leicht in einen Kreislauf aus Hoffnung, Ausgaben und erneuter Enttäuschung. Ohrclips, Laser, Nahrungsergänzungsmittel, Apps oder andere Verfahren würden zum Teil mit starken Versprechen angeboten. Die Plastikclips seien Billigartikel, die mit einem 3-D-Drucker problemlos hergestellt werden könnten, kosteten aber rund 800 Euro das Paar. Er selbst habe früher auch Hohlkerzen ausprobiert. Geholfen hätten sie nicht, aber es sei romantisch gewesen, so seine Frau.
Keine Medikamente gegen den Tinnitus
Auch medikamentöse Behandlungsversuche nahm Strohschein in den Blick. Dabei bezog er sich ausdrücklich auf Mittel, die gegen den Tinnitus selbst eingesetzt oder beworben werden. Seine Einschätzung formulierte er drastisch: „Medikamente ist Quatsch. Das wissen wir mittlerweile. Da hilft wirklich nichts.“ Zur Begründung verwies er auf große Untersuchungen mit Placebogruppen, bei denen nach seiner Darstellung die Ergebnisse in beiden Gruppen gleich gewesen seien.
Die fachlich nüchternere Formulierung lieferte später Doktor Matthias Rudolph: „Es ist tatsächlich so, es gibt aktuell noch kein Medikament, das wir gegen Tinnitus empfehlen können.“ Davon zu unterscheiden sei die medikamentöse Behandlung von Begleiterkrankungen.
Gleiche Maßstäbe für Apps und andere Verfahren
An anderer Stelle kritisierte Strohschein die aus seiner Sicht niedrigeren Anforderungen an digitale und andere Tinnitusangebote. Nach Ausführungen zu Apps, Geräten und einer Reihe kommerzieller Angebote sagte er: „Wir als deutsche Tinnitus-Liga fordern für Apps und andere Anwendungen wirklich den gleichen Wirkungsnachweis, wie er auch für Arzneimittel gilt.“ Er bemängelte dabei insbesondere, dass Studien teilweise von den Unternehmen selbst durchgeführt beziehungsweise finanziert würden.
Diagnostik muss zum Patienten passen
Doktor Stamatina Psatha vom Tinnituszentrum der Charité zeigte anschließend auf dem Forum, wie breit Tinnitusdiagnostik sein kann: von Anamnese und HNO-Untersuchung über Ton- und Sprachaudiometrie, psychoakustische Tests und Fragebögen bis zur Untersuchung des Gleichgewichtssystems sowie von Halswirbelsäule und Kiefer.
Nicht jeder Patient brauche jedoch das gesamte diagnostische Programm. MRT, CT, Labor oder weitere fachärztliche Untersuchungen müssten sich aus Anamnese und Befunden ergeben. Gerade ein spezialisiertes Zentrum könne mehr Fachgebiete vernetzen als eine normale HNO-Praxis.
„Als Patientin fühle ich mich … ausgeliefert“
Die anschließende Diskussion zeigte, wie groß der Wunsch nach Orientierung ist. Eine Teilnehmerin berichtete von ihrer Suche nach Hilfe bei Kieferproblemen und davon, sechs Zahnärzte konsultiert zu haben, bevor sie sich einigermaßen sicher fühlte. Ihr Satz brachte ein Grundproblem des Nachmittags auf den Punkt: „Als Patientin fühle ich mich eben so ein bisschen ausgeliefert, weil ich gar nicht entscheiden kann, wie gut ist das Angebot, was da gemacht wird und wie gut nicht.“
Andere Teilnehmer fragten nach Long Covid, Laborwerten, Entzündungsprozessen und möglichen Belastungen durch zahnmedizinische Materialien. Aus dem Tinnituszentrum kam einerseits die Zusage, solche Hinweise ernst zu nehmen, andererseits die Grenze: Medizinische Diagnostik müsse sich an der vorhandenen Evidenz orientieren.
Schlaf: 60 bis 80 Prozent betroffen
Wie wichtig Begleiterkrankungen sind, zeigte Doktor Matthias Rudolph. Sein zentraler Satz: Nicht der Tinnitus allein entscheide über das Leiden.
Besonders häufig sind Schlafprobleme. Rudolph nannte 60 bis 80 Prozent der Tinnituspatienten mit Schlafstörungen. Mehr als 50 Prozent hätten verlängerte Einschlafzeiten, fast die Hälfte berichte von schlechterer Schlafqualität. Zugleich nannte er eine positive Zahl: 60 bis 70 Prozent berichteten über Verbesserungen durch eine kombinierte Behandlung aus kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansätzen und Soundtherapie. Oder ganz einfach: schon ein Geräusch von Wasserplätschern oder ruhige Musik könnten helfen.
Depression und Tinnitus verstärken sich
Auch depressive Beschwerden sind häufig. Rudolph verwies auf Studien, in denen 20 bis 40 Prozent depressive Symptome berichteten. Das Risiko, eine Depression zu entwickeln, sei gegenüber der Allgemeinbevölkerung etwa zwei- bis dreifach erhöht. Mehr als 70 Prozent berichteten über eine deutliche emotionale Belastung.
Wie beschreiben, gebe es kein Medikament gegen Tinnitus. Liege beispielsweise eine Depression vor, könne diese selbstverständlich auch medikamentös behandelt werden.
Angst als Verstärker
Für Angststörungen nannte Rudolph ebenfalls hohe Werte: 25 bis 45 Prozent bei Menschen mit chronischem Tinnitus; über 70 Prozent zeigten erhöhte Angstwerte. Das Risiko für eine Angststörung sei etwa doppelt so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung.
Daraus entsteht leicht ein Kreislauf: Der Tinnitus löst Sorgen aus, Sorgen erzeugen Stress und körperliche Alarmreaktionen, dadurch rückt das Geräusch noch stärker in den Mittelpunkt. Psychoedukation, Verhaltenstherapie, Bewegung, Entspannungsverfahren und soziale Unterstützung könnten helfen, diesen Kreislauf zu unterbrechen.
Auch Schwindel ist häufig
Rudolph nannte außerdem 30 bis 50 Prozent der Patienten mit chronischem Tinnitus, die über Schwindel berichteten. In 25 bis 30 Prozent dieser Fälle sei die Halswirbelsäule beteiligt. In der anschließenden Diskussion bezifferte er die Komorbidität von Tinnitus und Hörstörung mit 60 bis 80 Prozent.
Seine Konsequenz: Tinnitusbehandlung darf nicht beim Ohrgeräusch stehenbleiben. Hören, Schlaf, Angst, Depression, Stress, Bewegung, Schmerzen, Kiefer und Halswirbelsäule gehören je nach individuellem Profil mit in den Blick.
Mehr Tinnitus bei jungen Erwachsenen?
Dr. Petra Brüggemann rückte den Stress in den Mittelpunkt auf dem Tinnitus-Patientensymposium in Berlin. Sie verwies auf eine 2025 veröffentlichte Untersuchung aus den USA, nach der die Tinnitusprävalenz bei 18- bis 24-Jährigen zwischen 2008 und 2023 von 5,8 auf 7,3 Prozentgestiegen sei. Als einen möglichen Faktor diskutierte sie zunehmende Lärmbelastung, etwa durch Kopfhörer oder Gaming.
Stress sei dabei nicht nur psychologisch zu verstehen. Körperliche Stressreaktionen, hormonelle Regulation, Immunprozesse und das Hörsystem greifen ineinander. Tinnitus könne Stress erzeugen – Stress wiederum den Tinnitus verstärken.
Tinnitus-Loudnes und Tinnitus Distress
Brüggemann beschrieb Tinnitus als Netzwerkphänomen. Hörbahn, Aufmerksamkeit, emotionales System, Gedächtnis, Stressverarbeitung und somatosensorische Einflüsse wirken zusammen. Deshalb sei auch zu unterscheiden zwischen der Lautheit des Tinnitus und dem sogenannten Tinnitusdistress, also der tatsächlichen Belastung.
Tinnitus bindet Ressourcen
Nach Untersuchungen ihrer Arbeitsgruppe können sich Tinnitusbetroffene messbar schlechter konzentrieren als Menschen ohne Tinnitus. Brüggemann erklärte dies damit, dass der Tinnitus kognitive und Wahrnehmungsressourcen beansprucht. Für ein längeres Gespräch müssten Betroffene nach ihrer Darstellung etwa ein Drittel mehr Aufmerksamkeit und Kraft aufbringen.
Auf der Suche nach objektiven Markern
Während sich solche kognitiven Folgen mit Tests erfassen lassen, sucht die Forschung zusätzlich nach biologischen Markern, mit denen sich das komplexe Zusammenspiel von Tinnitus, Stress und Belastung objektiver abbilden lässt. Die Charité untersuchte dazu unter anderem Cortisol und BDNF im Haar sowie neurophysiologische Messgrößen. Erste Zusammenhänge wurden gefunden, für die klinische Diagnostik reichen sie bislang jedoch nicht aus. Brüggemann betonte ausdrücklich: „Das sind erste Studien.“ Auch bei Blutwerten habe ihre Arbeitsgruppe bislang keinen Marker gefunden, der Tinnituslautheit oder Tinnitusdistress zuverlässig abbilde.
Hörgeräte: nicht für jeden, aber oft unterschätzt
Dr. Helmut Schaaf zeigte anschließend, warum Hörgeräte beim Tinnitus eine wichtige Rolle spielen können. Hörverlust entwickle sich oft schleichend. Besonders Hochtonverluste könnten dazu führen, dass Sprache in Gruppen schlechter verstanden wird, obwohl der Betroffene selbst noch überzeugt ist, gut zu hören.
Wenn akustische Information fehlt, erhält der Tinnitus im verbleibenden Wahrnehmungsraum mehr Gewicht. Eine gute Hörgeräteversorgung könne diesen Raum wieder erweitern und dadurch den Tinnitus in den Hintergrund treten lassen.
Wenn das Problem erst im Bett beginnt
Eine Teilnehmerin beschrieb eine typische Unsicherheit: Tagsüber sei ihr Tinnitus gut kompensiert, erst beim Einschlafen in der Stille werde er dominant. Ob ein Hörgerät dann überhaupt sinnvoll sei?
Schaaf antwortete nicht pauschal. Entscheidend seien Hörbefund und tatsächliche Verständigungsprobleme im Alltag. Wer gut höre und tagsüber keine Probleme habe, benötige nicht automatisch allein wegen eines Tinnitus ein Hörgerät. Umgekehrt müsse eine bestehende Hörminderung frühzeitig und sorgfältig versorgt werden.
Bis zu 80 Prozent können den Tinnitus modulieren
Dr. Eberhard Biesinger wandte den Blick auf Halswirbelsäule, Muskulatur und Kiefer. Unter Verweis auf Untersuchungen verschiedener Autoren sagte er, bis zu 80 Prozent aller Tinnituspatienten könnten ihren Tinnitus beeinflussen: Durch Bewegungen oder Druck auf Muskeln könnten sich Tonhöhe oder Lautstärke verändern.
Das bedeutet nicht, dass bei 80 Prozent Halswirbelsäule oder Kiefer die Ursache des Tinnitus sind. Biesinger wertete eine solche Modulierbarkeit vielmehr als diagnostischen Hinweis, genauer zu prüfen, ob somatosensorische Einflüsse bei dem jeweiligen Patienten eine Rolle spielen.
Funktion ist nicht gleich Röntgenbild
Biesinger warnte davor, strukturelle Veränderungen in CT oder MRT automatisch als Ursache von Beschwerden zu interpretieren. Menschen könnten erhebliche Veränderungen zeigen und dennoch beschwerdefrei sein. Umgekehrt könnten funktionelle Probleme vorliegen, ohne dass die Bildgebung die entscheidende Erklärung liefert.
Bei passenden Befunden nannte er unter anderem Physiotherapie, körperbezogene Verfahren und die Behandlung von Triggerpunkten.
Neue Geräte: „noch nicht evaluiert“
Besonders interessant war Biesingers Einordnung neuer neuromodulatorischer Verfahren. Er beschrieb unter anderem ein Verfahren, bei dem die Zunge stimuliert und gleichzeitig ein akustischer Reiz gegeben wird.
Sein Vorbehalt war eindeutig: „Allerdings muss man sagen, dass diese Therapien noch nicht evaluiert sind.“ Wenig später ergänzte er zu zwei solchen Ansätzen: „Allerdings die Studien für diese beiden Geräte sind noch insuffizient, wie wir Mediziner sagen. Also glauben noch nichts.“
Gerade für Patienten ist diese Unterscheidung wichtig: Dass ein Verfahren technisch plausibel oder bereits verfügbar ist, bedeutet noch nicht, dass seine Wirksamkeit ausreichend belegt ist.
Hyperakusis kann den Tinnitus antreiben
Prof. Dr. Gerhard Goebel beschäftigte sich zum Abschluss mit Hyperakusis und Misophonie. Bei Hyperakusis werden viele Alltagsgeräusche als übermäßig laut empfunden. Goebel berichtete von einer Untersuchung von 5.000 Mitgliedern der Tinnitus-Liga. Menschen mit zusätzlicher Hyperakusis seien darin besonders stark durch ihren Tinnitus belastet gewesen.
Seine therapeutische Botschaft war ungewöhnlich klar: „Vermeidung ist oft ein Fehler.“ Wer sich normalen Alltagsgeräuschen immer stärker entziehe oder permanent Gehörschutz trage, könne die Empfindlichkeit weiter steigern.
Gewöhnen statt abschotten
Das Gegenprinzip sei eine vorsichtige Exposition: sich alltäglichen Geräuschen schrittweise wieder aussetzen, ohne das Gehör tatsächlich schädlichem Lärm auszusetzen. „Gehörschutz nur in sehr lauten Umgebungen“, lautete Goebels praktische Empfehlung.
Dabei grenzte er Hyperakusis deutlich von Misophonie ab. Bei Hyperakusis geht es um eine allgemeine Überempfindlichkeit gegenüber Lautstärke; bei Misophonie lösen dagegen bestimmte Geräuschmuster – etwa Schmatzen, Schniefen oder Atmen – starke emotionale Reaktionen aus.
Wenn nicht das Ohr, sondern die Bedeutung stört
Goebel beschrieb Misophonie als spezifische Reaktion auf Trigger. Entscheidend ist nicht die objektive Lautstärke: Ein sehr leises Ess- oder Atemgeräusch kann unerträglich werden, während lautere Geräusche problemlos bleiben. Hinzu kommt, dass der Trigger von der Person abhängen kann, die ihn erzeugt. Auch visuelle Reize können eine Rolle spielen.
Das verdeutlicht, warum eine sorgfältige Diagnostik nötig ist. Hyperakusis, Misophonie, Phonophobie und Recruitment können für Betroffene ähnlich erscheinen, beruhen aber auf unterschiedlichen Mechanismen und verlangen unterschiedliche therapeutische Strategien.
Zwischen Evidenz und dem Wunsch nach Hilfe
Am Ende verband die sieben Vorträge weniger eine neue „Tinnitus-Therapie“ als eine gemeinsame Haltung. Das Ohrgeräusch lässt sich nicht auf einen einzigen Mechanismus reduzieren. Hörverlust, Stress, psychische Belastungen, Schlaf, Kiefer, Halswirbelsäule und Geräuschüberempfindlichkeit können in unterschiedlicher Kombination beteiligt sein.
Genauso deutlich wurde aber auch, wie groß die Lücke zwischen dem Wunsch der Betroffenen und dem Stand der Medizin sein kann. Patienten wollen verständlicherweise wissen: Woher kommt mein Tinnitus – und was lässt ihn verschwinden? Die Antwort des Symposiums fiel differenzierter aus. Für chronischen Tinnitus gibt es derzeit kein Medikament, das empfohlen werden kann. Auch für manche technisch aufwendigen Neuromodulationsverfahren sahen die Referenten den Wirksamkeitsnachweis noch nicht als ausreichend an. Gleichzeitig existieren viele Ansatzpunkte, die Belastung zu reduzieren.
„Da kann man nichts machen“ ist ebenso falsch wie das Versprechen einer einfachen Heilung. Zwischen diesen beiden Extremen liegt die eigentliche Tinnitusmedizin – Diagnostik, Aufklärung, Behandlung relevanter Begleiterkrankungen und ein individuell passender Weg zurück zu mehr Lebensqualität.
Das Tinnitus-Patientensymposium fand im Rahmen der TRI-Conference statt.
Quelle: Tinnitus-Patientensymposum am 18.09.2026, Berlin
